Fachver­band GGKA ist nach erfol­gre­ichem 1. Hal­b­jahr opti­mistisch für das Gesamt­jahr 2006

Der Fach­han­del für Gas­tronomie- und Großküchenausstat­tung kon­nte im 1. Hal­b­jahr 2006 den Umsatz um 11,1 % steigern. Dies entspricht den Erwartun­gen aus der GGKA-Kon­junk­tu­rum­frage Anfang 2006, in denen keines der Mit­glieds­be­triebe des Fachver­ban­des sink­ende Nach­frage erwartet hat­te. Auch für das 2. Hal­b­jahr wird mit einem Umsatz klar über dem Niveau von 2005 gerech­net — wozu die Mehrw­ert­s­teuer­erhöhung ab 2007 allerd­ings wesentlich beiträgt.

Dir größten Steigerungsrat­en kon­nten bei Großgeräten und Ein­rich­tun­gen mit über 20% fest­gestellt wer­den, gefol­gt von Maschi­nen und Kleingeräten mit 14,3%. Pro­jek­t­geschäfte, im ver­gan­genen Jahr noch der Spitzen­re­it­er unter den boomenden Geschäfts­bere­ichen, lagen im 1. Hal­b­jahr bei plus 7,6%. Diese Ergeb­nisse deuten auf eine Erneuerung des Gerätebe­standes in der Gas­tronomie und in der Gemein­schaftsverpfle­gung hin.

Waren im Jahr 2005 die Kat­e­gorien Küchen- und Servierg­eräte sowie Glas/Porzellan/Bestecke noch die stag­nieren­den Schlus­slichter, holten sie von Jan­u­ar bis Juni 2006 mit plus 10,0% bzw. plus 7,6% gut auf. Es erscheint, dass hier ein Anschaf­fungsstau aufgelöst wurde bzw. die Bud­gets wieder großzügiger bemessen wurden.

Der Kun­den­di­enst ist weit­er­hin der Träger eines pos­i­tiv­en Umsatztrends: Seit dem Jahr 2002 zeigen hier die Umsätze nach oben, im 1. Hal­b­jahr 2006 um 7,0%. „Wir beobacht­en, dass die Bere­itschaft, Wartungsverträge abzuschließen, weit­er zunimmt,“ stellt Rudolf Lach­er, Vor­sitzen­der des Fachver­ban­des GGKA mit einem großen Fach­be­trieb in Darm­stadt, fest, „dahin­ter ste­ht der unschlag­bare Vorzug, über die Wartung Geräteaus­fälle zu ver­mei­den und Fehler sowie Ver­schleiß frühzeit­ig zu erken­nen.“ Lach­er brachte in diesem Zusam­men­hang die Notwendigkeit von stan­dar­d­isierten Wartungsverträ­gen und Geräte­grup­pen-spez­i­fis­chen Check­lis­ten in Erinnerung.

Hohe Erwartun­gen auch an das 2. Hal­b­jahr 2006
Aus den Antworten der Fach­be­triebe wurde auch wieder ein Stim­mungs­bild für das 2. Hal­b­jahr und damit für das Jahr 2006 ins­ge­samt ermit­telt. Es wird weit­er­hin mit ein­er leicht­en Umsatzsteigerung gerech­net, wobei nur leicht steigende Kosten und Ein­stand­spreise bei kon­stan­ten Verkauf­spreisen zu einem gle­ich bleiben­den Roher­trag führen. Offen­bar wird damit gerech­net, dass sich ins­beson­dere die Rohstoff­preise auf dem jet­zi­gen, inzwis­chen sehr hohen Preis­niveau hal­ten. Während bei allen Para­me­tern der zukün­fti­gen Entwick­lung die Ein­schätzun­gen ganz nahe beieinan­der liegen, gehen die Erwartun­gen – oder bess­er gesagt Befürch­tun­gen – hin­sichtlich der Härte des Wet­tbe­werbs auseinan­der. Eine deut­liche Zunahme erwartet ein Drit­tel der Betriebe, die übri­gen eine leichte Erhöhung oder eine gle­ich bleibende Stärke. Dass die Zeit­en hier wieder eine Entspan­nung mit sich brin­gen, erwartet nie­mand. Was sicher­lich auch daran liegt, dass sich die Zahl der Betriebe inner­halb der Branche in Summe kaum verändert.

Die möglichen Gründe für die pos­i­tive Umsatzen­twick­lung und –erwartung hat der Geschäfts­führer des Ver­ban­des, Thomas Grothkopp, recher­chiert: „Es sind weit­ge­hend externe, wie die enorme Ver­teuerung der Vor­pro­duk­te und hier ins­beson­dere Edel­stahl sowie die explodieren­den Energiepreise. Aber auch die Auf­s­tock­ung von Investi­tions­bud­gets in Anbe­tra­cht der Mehrw­ert­s­teuer­erhöhung von 16% auf 19% ab 1. Jan­u­ar 2007,“ so Grothkopp, „denn ein wesentlich­er Kun­denkreis im Bere­ich des Gesund­heitswe­sens kann keine Vors­teuer gel­tend machen. Allein 500 Mio. Euro der Mehraufkom­mens durch die Mehrw­ert­s­teuer soll aus dem Gesund­heitssek­tor kom­men, das wirkt sich auch auf die Gemein­schaftsverpfle­gung aus.“ Dass der Kosten­fak­tor Mehrw­ert­s­teuer zunehmend ernst genom­men wird, erkenne man auch aus dem Trend zum „Insourc­ing“: Lohn­in­ten­sive Arbeit­en wer­den zunehmend wieder von den Unternehmen sel­ber erbracht, denn durch externe Dien­stleis­ter ver­teuert sich der Fak­tor Arbeit immer dann um die Mehrw­ert­s­teuer, wenn der Auf­tragge­ber steuer­be­fre­it ist.

GGKA-Betrieb­sver­gle­ich 2005 gibt Ein­blicke in die Ertragsstruk­tur
Einen fundierten Blick zurück auf das Jahr 2005 gibt der GGKA-Betrieb­sver­gle­ich des Insti­tuts für Han­dels­forschung an der Uni­ver­sität zu Köln: Danach ist der Umsatz um 4,6% gestiegen, was zu einem Teil echter Mehrum­satz, teil­weise aber auch kostengetrieben war, denn diese sind im Schnitt um 3,5% gestiegen, am stärk­sten mit 11,2% bei Trans­port und Ver­pack­ung. Das Ergeb­nis der Betriebe liegt leicht — um 0,2%-Punkte — unter denen des Vor­jahres mit 1,0% im Bilanzergebnis.

Den größten Teil der Han­delss­panne beanspruchen wieder die Per­son­alkosten, 16,8% inkl. Geschäfts­führerge­halt von ins­ge­samt 27,5% Gesamtkosten. Dieser Wert liegt inmit­ten der oberen Hälfte der ver­gan­genen 13 Jahre, in denen es den Betrieb­sver­gle­ich gibt. Sig­nifikante Ver­schiebun­gen zwis­chen den einzel­nen Kosten­po­si­tio­nen gibt es derzeit allerd­ings nicht. Kri­tisch festzustellen ist aber, dass die durch­schnit­tliche Han­delss­panne auf dem Tief­punkt seit 1992 ange­langt ist und die Betriebe durch eine unver­gle­ich­liche Ratio­nal­isierung und Ver­schlankung nun eben­falls ihre Gesamtkosten auf den niedrig­sten Wert gesenkt haben.

Die aus­führlichen Ergeb­nisse wer­den den Teil­nehmern am Betrieb­sver­gle­ich zuge­sandt. Infor­ma­tio­nen über die Teil­nahme am Betrieb­sver­gle­ich sind über den Fachver­band GGKA erhältlich.

Infos über den Fachver­band GGKA
Die 56 Mit­glied­sun­ternehmen des Fachver­ban­des GGKA beschäfti­gen fast 2.000 Mitar­beit­er, 80 Prozent davon in Mar­ket­ing, Ver­trieb und Logis­tik, 20 Prozent im tech­nis­chen Kun­den­di­enst. Diese Anteile vari­ieren allerd­ings sehr stark bei den einzel­nen Betrieben, die unter­schiedlich aufgestellt sind.

1.553 Mitar­beit­er sind bei den GGKA-Mit­gliedern nach ein­er Erhe­bung im Jahr 2004 ganz­tags beschäftigt, 127 Per­so­n­en halb­tags und 130 Per­so­n­en ger­ingfügig. Die Gesamtzahl der Auszu­bilden­den betrug 114. Die Aus­bil­dungsquote lag – bezo­gen auf volle Stellen – bei 8,3 Prozent.

Der Gesam­tum­satz ohne Mehrw­ert­s­teuer, dem das Jahr 2003 zugrunde liegt, beträgt 362 Mio. € und umfasst Waren­verkäufe zu Verkauf­spreisen abzüglich Kun­den­re­touren, Gutschriften, Rabat­te und ein­schließlich gewährter Skon­ti sowie eventueller Pro­vi­sion­sein­nah­men. Die Umsätze des tech­nis­chen Kun­den­di­en­sts sind darin nicht enthalten.