Umsatz­plus bei sink­en­dem Marktvolumen

Das Jahr 2003 unter­schei­det sich von dem Vor­jahr nur wenig: Ein schwach­es Umsatzniveau in der Gas­tronomie; Kos­ten­druck in der Gemein­schaftsverpfle­gung, ins­beson­dere in Kranken­häusern und im Sozial­bere­ich; das bessere Abschnei­den der Sys­tem­gas­tronomie gegenüber kleinen gas­tronomis­chen Betrieben; aus­geprägte Liq­uid­ität­sprob­leme. Für den Fach­großhan­del bedeutet dies im Bericht­s­jahr einen Umsatz auf weit­er­hin niedrigem Niveau. Hohen Stel­len­wert besitzen Reparatur und Wartung sowie der Han­del mit Gebraucht­geräten. Die weni­gen größeren Objek­te sind hart umkämpft, die Mar­gen nur schwach auskömmlich.

Ein ein­heitlich­es Bild der GGKA-Fach­händler zu zeich­nen ist nur sehr schw­er möglich. Mit Aus­nahme des Pro­jek­t­geschäfts, bei dem naturgemäß die Verän­derun­gen extrem auss­chla­gen, liegen die Umsatzschwankun­gen im Jahr 2003 gegenüber dem Vor­jahr zwis­chen +31% und ‑15%. Aus der Tat­sache, dass die melden­den Unternehmen ins­ge­samt eine Umsatzsteigerung von 4,2% (im Jahr 2002: 0,5%) erre­icht haben, lässt sich keine Ausweitung des Umsatzvol­u­mens der Branche ableit­en, denn es sind mehr Unternehmen aus dem Markt aus­geschieden, als neue gegrün­det wur­den. Gle­ich­wohl zeigt die Ten­denz, dass aus­ge­sproch­ene Fach­be­triebe mit gutem Man­age­ment gegenüber dem sehr schlecht­en Jahr 2002 unmit­tel­bar nach der Euro-Umstel­lung dur­chaus einiges haben wettmachen können.

Im Objek­t­geschäft ist der Umsatz um 9,3% (Vor­jahr: 2,5%) gestiegen, allerd­ings schla­gen hier extreme Einze­len­twick­lun­gen auf die Durch­schnitts­bil­dung durch. Bei Großgeräten und Ein­rich­tun­gen ist im Schnitt der Umsatz um 7% (1,8%) gestiegen, was eine gewisse Nor­mal­isierung nach dem Investi­tion­ss­chock des Vor­jahres anzeigt.

Der Umsatz mit Porzellan/Glas/Bestecken ist um 3% (Vor­jahr: — 5,9%) gestiegen, der mit Küchen- und Servierg­eräten um 0,5% ( 1,7%) und mit Maschi­nen und Kleingeräten um 6,9% ( — 5,9%). Ges­part wird offen­sichtlich weit­er bei der Tisch- und Tafelausstattung.

Eine Trend­fort­set­zung aus dem Vor­jahr ergibt sich beim Kun­den­di­enst, der wiederum zugelegt hat, dies­mal um fast 7%. Den­noch sank die Mitar­beit­erzahl bei den melden­den Betrieben um 4%.

Erwartun­gen: Schwierige Wirtschaft­slage hält an, aber keine weit­ere Verschlechterung

Die Deutschen geben jährlich 31 Mrd. € für den Verzehr von Speisen und Getränke außer Haus aus. Das sind 373 € je Ein­wohn­er, also etwa ein Euro pro Tag und Kopf. Gegenüber 2002 ging der Jahres­be­trag um 14 € zurück, in den let­zten fünf Jahren seit 1997 sog­ar um 25 €, das entspricht 5,8% durch­schnit­tlich pro Jahr.

Vor diesem Hin­ter­grund ist besten­falls mit ein­er Sta­bil­isierung der Umsätze im Jahr 2004 zu rech­nen. In der Kon­junk­tu­rum­frage des Fachver­ban­des GGKA unter seinen Mit­gliedern hal­ten sich die Betriebe, die mit leicht sink­en­dem und die mit leicht steigen­dem Umsatz rech­nen, in etwa die Waage. Im Schnitt wird mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vor­jahres gerech­net, zumal die Liq­uid­itätssi­t­u­a­tion bei vie­len Gas­tronomiebe­trieben schwierig ist. Beim Roh¬ertrag wird eine leichte Reduzierung erwartet. Die Kosten dürften auf dem Vor­jahres­niveau zu hal­ten sein, so die Ein­schätzung der melden­den Mit­glied­sun­ternehmen. Dahin­ter ste­ht ein klares Kosten­man­age­ment, das inzwis­chen Einzug gehal­ten hat. Bei den Preisen wird damit gerech­net, dass die Liefer­an­ten am Markt Erhöhun­gen durchzuset­zen ver­suchen. Es wird befürchtet, dass sich diese nicht im vollen Maß auf die Abgabepreise abwälzen lassen. Diese Ein­schätzung kor­re­liert mit der Aus­sage, dass der Roher­trag leicht sinken wird.

Bei der Härte des Wet­tbe­werbs ist ein­deutig fest­stell­bar, dass dieser weit­er zunehmen wird. Nach den wichtig­sten Wet­tbe­wer­bern befragt, ergibt sich kein ein­heitlich­es Bild. Über­wiegend sind es zwar Fach­be­triebe, aber es wer­den auch Inter­net­versender, soge­nan­nte „Akten­taschen­verkäufer“ sowie Direk­tan­bi­eter und Ver­sand­häuser genannt.

Rentabil­ität: Kosten im Griff
Der Betrieb­sver­gle­ich am Insti­tut für Han­dels­forschung an der Uni­ver­sität zu Köln hat­te für das Jahr 2002 fol­gende Ergeb­nisse gebracht: Im Durch­schnitt der melden­den Betriebe wurde ein Umsatzver­lust von 0,9% fest­gestellt, weit weniger, als die Gesamt­branche verze­ich­nen musste. Die Gesamtkosten wur­den um 2,6% gesenkt, das Bilanz­ergeb­nis blieb damit noch pos­i­tiv. Betrof­fen sind davon fast sämtliche Kosten­po­si­tio­nen, ausgenom­men Gewerbesteuer und KFZ-Kosten, über die weit­ge­hend der Staat entschei­det. Ausgenom­men waren auch die Mar­ket­ing- und Wer­bekosten, denn die Betriebe hat­ten in dem umsatzschwachen Jahr die Akqui­si­tion deut­lich ver­stärkt. Dass sich auch der Preiswet­tbe­werb ver­schärft hat, ist an der um 1,6%-Punkte gesenk­ten Han­delss­panne abzule­sen. Dieser Wert entspricht der erfol­gten Kostensenkung, das betrieb­swirtschaftliche Ergeb­nis lag nur bei 0,1%.

Gewährleis­tung: Fachver­band schafft Trans­parenz
Das neue Kaufrecht legt generell eine Gewährleis­tungs­frist von 24 Monat­en fest, d.h. bei Män­geln, die ein Pro­dukt schon beim Kauf hat­te und die inner¬halb von zwei Jahren zu Tage treten. Im Geschäft mit gewerblichen End¬kunden kann diese Frist auf zwölf Monate per All­ge­mein­er Geschäfts¬bedingungen (AGB) verkürzt wer­den. Doch haben GGKA-Fach­händler Schwierigkeit­en, diese Verkürzung bei End­kun­den durchzuset­zen. Der Fachver­band forderte ein­heitlich, die Gewährleis­tung nicht zu verkürzen, weil für viele Kun­den nicht nachvol­lziehbar ist, dass sie als Geschäft­skun­den viel schlechter gestellt sind als wenn sie das Pro­dukt pri­vat kaufen. „Offen­bar fehlt es manchem unser­er Liefer­an­ten an Ver­trauen in die Qual­ität der eige­nen Geräte“, kom­men­tiert Got­tfried Schupp, Stv. Vor­sitzen­der des Fachver­ban­des GGKA die restrik­tive Hand­habung der Gewährleis­tung bei einzel­nen Herstel¬lern. Um beim End­kun­den aus der Gewährleis­tungs­diskus­sion herauszu¬kommen, hat der Ver­band ein Kun­den­merk­blatt erar­beit­et, das über die Recht­slage informiert und eine Über­sicht gibt, welch­es bei den einzel­nen Her­stellern die Fris­ten für Gewährleis­tung und Garantie sind.

Funk­tions­fähigkeit ste­ht an ober­ster Stelle
Der Aus­fall eines Geräts in der Gas­tronomie und Gemein­schaftsverpfle­gung hat oft schw­er­wiegende Fol­gen für Kun­den­zufrieden­heit und Betrieb­skosten. Die von GGKA-Fach­be­trieben erwartete Reak­tion­szeit wird immer kürz­er und ver­teuert wiederum den Ser­vice. „Der bessere Weg ist, durch Wartung von vorn here­in die lück­en­lose Funk­tions­fähigkeit der Geräte zu gewährleis­ten“, unter­stre­icht der Ver­bandsvor­sitzende Rudolf Lach­er den betrieb­swirtschaftlichen Ansatz der Fach­be­triebe. Bei größeren Objek­ten und Auss­chrei­bun­gen wird darum immer häu­figer neben dem Gerätepreis auch die Wartung mit ange­boten. „Total Cost of Own­er­ship (TCO)“ ist das Schlag­wort, wonach die Gesamtkosten für die pro­jek­tierte Ein­satz­dauer eines Geräts oder ein­er tech­nis­chen Gesam­tausstat­tung betra­chtet wird. „Wir begrüßen diese Entwick­lung,“ nimmt Rudolf Lach­er hierzu pos­i­tiv Stel­lung, „denn sie gibt qual­i­ta­tiv hochw­er­ti­gen Geräten wieder eine bessere Chance im Markt.“

Damit bei Auss­chrei­bun­gen der Umfang der Wartung bess­er definiert wer­den kann, bedarf es hier ein­er Vere­in­heitlichung. „Wir arbeit­en an Stan­dards für das Ange­bot von Wartungsverträ­gen, die wir als anbi­etendende Fach­be­triebe eben­so ver­wen­den, wie die Fach­plan­er unser­er Branche für Auss­chrei­bun­gen und Aufträge,“ erläutert Rudolf Lach­er. Die genaue Beschrei­bung, welch­er Leis­tung­sum­fang und welche Wartungsin­ter­valle vere­in­bart sind, wie sich die Kosten zusam­menset­zen und welche Ersatzteile Gegen­stand des Wartungsver­trages sind, das alles ist zu definieren, damit auf allen Seit­en Klarheit herrscht.

Wesentlich sind in diesem Zusam­men­hang Check­lis­ten und Richtwerte für häu­fig wiederkehrende Arbeit­en. „Grund­lage unser­er Wartungsange­bote sind geräte­spez­i­fis­che Arbeit­szeitwerte für die einzel­nen Arbeit­en,“ erläutert Got­tfried Schupp, „hier benöti­gen wir die Erfahrungswerte der Indus­trie. Diese ver­fügt durch ihren Werk­skun­den­di­enst über die notwendi­gen Dat­en. Oft haben wir noch Schwierigkeit­en, die Richtwerte zu erhal­ten oder selb­st zu entwick­eln.“ Flächen­deck­enden Ser­vice bieten in Deutsch­land die GGKA-Fach­händler, in Part­ner­schaft zu einzel­nen Händlern bzw. in Ver­bund­grup­pen und Koop­er­a­tio­nen. Dass Her­steller mit eige­nen Tech­nikern einen bun­desweit­en Ser­vice bieten, ist eher die Aus­nahme als die Regel. Insofern liegt es im bei­der­seit­i­gen Inter­esse, Stan­dards für Wartungsverträge, Check­lis­ten und Arbeit­szeitwerte auszuar­beit­en und ggf. zu vereinbaren.