In Deutsch­land beste­ht noch keine nationale Maskenpflicht und auch keine Mund­schutzpflicht. Grund­sät­zlich ist es jedoch rat­sam eine Schutz­maske zu tra­gen. So wurde nach Verkün­dung der „Trageempfehlung“ durch die Bun­desregierung am 15.04.2020 (siehe auch News vom 15.04.2020 „Coro­na-Lockerun­gen – Schrit­tweise in die Nor­mal­ität“) der Ruf nach ein­er bun­desweit­en Maskenpflicht immer lauter. Da in Deutsch­land aber jedes Bun­des­land selb­st entschei­det, war abzuse­hen, dass die Maskenpflicht erst nach und nach in jede Ecke des Lan­des vor­dringt und unter­schiedlich umge­set­zt bzw. angewen­det wird.

Am Mittwoch kündigte auch Bre­men als let­ztes Bun­des­land eine Pflicht zum Tra­gen eines Mund-Nasen-Schutzes an: Sie solle am Fre­itag beschlossen wer­den und ab Mon­tag für den Nahverkehr und das Einkaufen gel­ten, teilte ein Sprech­er der Lan­desregierung mit.

Zahlre­iche Lan­desregierun­gen hat­ten zuvor ähn­liche Schritte angekündigt. Auch in Nor­drhein-West­falen (NRW), Nieder­sach­sen, Rhein­land-Pfalz, im Saar­land und in Bran­den­burg soll am kom­menden Mon­tag die Maskenpflicht kom­men. In NRW bspw. gilt eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr. Dage­gen soll sie in Bran­den­burg nur im öffentlichen Nahverkehr gel­ten, wie Lan­desin­nen­min­is­ter Michael Stüb­gen (CDU) am Mittwoch im Innenauss­chuss des Land­tags ankündigte. Das Lan­desk­abi­nett will am Don­ner­stag die Maskenpflicht beschließen. Bran­den­burg geht damit den Weg von Berlin, wo das Tra­gen eines Mund-Nasen-Schutzes ab dem kom­menden Mon­tag nur im öffentlichen Nahverkehr, nicht aber in Läden verpflich­t­end sein soll. In Bran­den­burgs Lan­deshaupt­stadt Pots­dam allerd­ings sind Masken ab Mon­tag sowohl in Bussen und Bah­nen sowie in Geschäften vorgeschrieben.

Meck­len­burg-Vor­pom­mern hat­te eine Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr ab Mon­tag bere­its beschlossen und weit­et dies nun auch auf das Einkaufen aus. Das beschloss die Lan­desregierung am Mittwoch nach Angaben der Staatskan­zlei in Schwerin.

Wichtig für den Außen­di­enst und Ser­vicemi­tar­beit­er: Diese dür­fen Ihre Mund­schutz­maske nicht beim Aut­o­fahren tra­gen. Trägt man eine Mund­schutz­maske beim Aut­o­fahren und wird daraufhin ange­hal­ten, so wird dies mit einem Bußgeld geah­n­det. Denn generell gilt, dass Per­so­n­en ihr Gesicht beim Führen eines Fahrzeugs nicht verdeck­en oder ver­hüllen dür­fen, da das Gesicht näm­lich zur Iden­ti­fizierung des Fahrzeugführers dient. Allerd­ings gibt es län­der­be­zo­ge­nen Aus­nah­men. So ist bspw. in Baden-Würt­tem­berg das Tra­gen ein­er Schutz­maske beim Aut­o­fahren erlaubt. Lediglich Augen und Stirn muss erkennbar sein. In NRW entschei­den Polizis­ten je nach Einzelfall, ob das Tra­gen ein­er Mund­schutz­maske medi­zinisch gerecht­fer­tigt ist oder nicht.

Eine Über­sicht der Länder:

Bay­ern

Bay­ern lock­ert die Aus­gangs­beschränkung zur Eindäm­mung des Coro­n­avirus leicht: Ab dem 20. April ist im Freien auch der Kon­takt zu ein­er Per­son außer­halb des eige­nen Haus­stands erlaubt. Ab dem 27.04.2020 wurde für Bay­ern eine Maskenpflicht verord­net – in eini­gen Kom­munen gilt diese früher . Getra­gen wer­den muss ein Mund-Nasen-Schutz – All­t­ags­masken oder auch Schals – in Geschäften, Bussen und Bahnen. 

Baden-Würt­tem­berg

Ab dem 27. 04.2020 ist in ganz Baden-Würt­tem­berg eine Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen vorgeschrieben.

Berlin

Bei der Nutzung des öffentlichen Per­so­nen­nahverkehrs in Berlin ist ab dem 27.04.2020 eine tex­tile Mund-Nasen-Bedeck­ung zu tragen.

Bran­den­burg

Ab dem 27.04.2020 gilt eine Maskenpflicht in S‑Bahnen, Bussen und Straßenbahnen.

Bre­men

Ab Mon­tag, 27.04.2020 gilt die Pflicht zum Tra­gen eines Mund-Nasen-Schutzes für den Nahverkehr und das Einkaufens.

Ham­burg

Ab dem 27.04.2020 gilt eine Maskenpflicht für den Nahverkehrs und fürs Einkaufen.

Hes­sen

Die hes­sis­che Stadt Hanau hat wegen der Coro­na-Infek­tion­s­ge­fahr für das Betreten von Geschäften sowie bei Fahrten im öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr eine Maskenpflicht ange­ord­net. Eine Maskenpflicht für das gesamte Bun­des­land hat die hes­sis­che Lan­desregierung ab dem 27.04.2020 beschlossen. Bürg­er müssen dann einen Mund-Nasen-Schutz tra­gen, wenn sie die Fahrzeuge des öffentlichen Per­so­nen­nahverkehrs nutzen oder den Pub­likums­bere­ich von Geschäften, Bank- und Post­fil­ialen betreten. Die Pflicht gilt dem­nach nicht für Kinder unter sechs Jahren oder Men­schen, die auf­grund ein­er gesund­heitlichen Beein­träch­ti­gung oder ein­er Behin­derung keinen Mund-Nasen-Schutz tra­gen können.

Meck­len­burg-Vor­pom­mern

Meck­len­burg-Vor­pom­mern führ ab dem 27.04.20 eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. Nutzer von Straßen­bahn, Bus oder Taxi müssen kün­ftig einen Mund- und Nasen­schutz tra­gen. Alter­na­tiv kann auch ein Tuch als Schutz getra­gen werden.

Nor­drhein-West­falen

Ab dem 27.04.2020 gilt eine lan­desweite Maskenpflicht zur Eindäm­mung des Coro­n­avirus. Das Tra­gen ein­er Maske ist beim Einkaufen sowie in Bussen und Bah­nen verpflichtend.

Weit­ere Hintergründe

Zu unter­schei­den sind eine Maskenpflicht und eine Mund­schutzpflicht. Eine Maskenpflicht stellt die Pflicht dar, dass Per­so­n­en in der Öffentlichkeit oder in bes­timmten Räu­men eine Atem­schutz­maske tra­gen müssen. Eine Mund­schutzpflicht legt fest, dass Per­so­n­en ihre Atemwege durch eine Maske schützen müssen.

Eine Maske oder ein Mund-Nasen-Schutz hil­ft gegen die Ver­bre­itung von Viren und Krankheit­ser­regern durch Spe­ichel- oder Schleim-Tröpfchen. Denn die Maske oder der Mund-Nasen-Schutz ver­hin­dert, dass die Tröpfchen beim Atmen, Hus­ten oder Sprechen unge­hin­dert in die Luft gelan­gen. Die Maske ist eine Bar­riere, die die Krankheit­ser­reger aufhält. Damit ver­ringert eine Schutz­maske den Ausstoß von Krankheit­ser­regern ein­er Per­son in die Luft. Mit ein­er Schutz­maske schützt eine Per­son sich selb­st und andere. Außer­dem schützt eine Schutz­maske den Träger davor den Mund oder die Nase mit den eige­nen (vielle­icht kon­t­a­minierten) Hän­den zu berühren. So wer­den Schmier­in­fek­tio­nen vermieden.