Vor­sichtige Erwartun­gen für das laufende Jahr.
Fachver­band GGKA set­zt bei seinen Pro­jek­ten auf Nachhaltigkeit

Wirtschaft­slage

Einen zum Teil zweis­tel­li­gen Umsatz­zuwachs melden die Mit­glieder des Fachver­ban­des GGKA für das Jahr 2008. Um durch­schnit­tlich 8,9% stieg das Pro­jek­t­geschäft, um 4,2% das laufende Geschäft im Han­dels­bere­ich. Der Kun­den­di­en­s­tum­satz legte um 6,5% zu. Für 2009 wird allerd­ings mit sink­enden Gesam­tum­sätzen gerechnet.

Im laufend­en Geschäft schnitt der Sor­ti­ments­bere­ich der Maschi­nen und Kleingeräte mit plus 9,3% (Vor­jahr plus 2,9%) am besten ab. Dieser Bere­ich ist in den ver­gan­genen Jahren jedoch großen Schwankun­gen unter­legen. Im Durch­schnitt ist er in den ver­gan­genen Jahren um 6,7% gewachsen.

Eben­falls gut entwick­elte sich der Bere­ich Großgeräte und Ein­rich­tun­gen mit plus 4,6% (4,9%). Dieser Bere­ich wies in den ver­gan­genen zehn Jahren immer ein Wach­s­tum aus, im Durch­schnitt lag dieser bei 4,5%.

Erfreulich war der Umsatz­zuwachs auch bei bei Küchen und Servierg­eräten mit plus 4,2% (3,4%). Seit 2001 steigt der Umsatz mit diesen Sor­ti­menten, im 10-Jahres-Durch­sc­nitt aber nur um mod­er­ate 1,7%.

Lediglich der Sor­ti­ments­bere­ich Porzellan/Glas/Bestecke ver­lor im Jahr 2008 ger­ingfügig um 0,8% (3,3%), nach­dem er fünf Jahre lang mod­er­at gewach­sen war. Hier beträgt der 10-Jahres-Durch­schnitt nur 1,3%.

Seit sieben Jahren steigt der Kun­den­di­en­s­tum­satz: Im Jahr 2008 mit 6,5%, nach­dem er bere­its im Jahr 2007 um 6,9% zugelegt hat­te. Er wird erst seit 2002 erhoben, immer jedoch mit einem Zuwachs, im Durch­schnitt um 7,5%. Es wurde nach dem Umsatzein­bruch in den Jahren 2002 und 2003 zunächst ver­mutet, dass die starke Kaufzurück­hal­tung zu ein­er erhöht­en Reparatur­nach­frage führt. „Wir stellen aber fest, dass unsere Mit­glied­sun­ternehmen den Kun­den­di­enst in den ver­gan­genen Jahren weit­er pro­fes­sion­al­isiert haben“, erk­lärt der Vor­sitzende des Fachver­ban­des, Rudolf Lach­er, den schein­baren Wider­spruch eines erstarken Geräte­ab­satzes und eines steigen­den Dien­stleis­tung­sum­satzes. „Unsere Betriebe haben nach­haltig in die Qual­i­fika­tion und den Nach­wuchs von Tech­nikern investiert, haben prax­is­gerechte Lösun­gen für die Bere­itschaft­szeit­en gefun­den und steuern den Ein­satz inzwis­chen sehr pro­fes­sionell.“ Dazu trägt auch der vom Fachver­band entwick­elte Wartungsver­trag bei, für den eine große Zahl von Wartungscheck­lis­ten vom Fachver­band für seine Mit­glieder bere­it­ge­hal­ten wird.

Seit 2001 gener­ieren die Fach­be­triebe einen Zuwachs im Pro­jek­t­geschäft, lediglich 2007 stag­nierte dieser Wert. Auch im Jahr 2008 kon­nten die Unternehmen in diesem oft kom­plex­en und im Zusam­men­hang mit Auss­chrei­bun­gen hart kalkulierten Geschäfts­bere­ich zule­gen, und zwar um erfreuliche 8,8%. Dieses Seg­ment ken­nt auch zweis­tel­lige Umsatzverän­derun­gen und weist im 10-Jahres-Durch­schnitt ein Plus von 6,8% aus.

Voraus­set­zung für das Pro­jek­t­geschäft sind Auss­chrei­bungskom­pe­tenz und Erfahrung im Pro­jek­t­man­age­ment. Große Unternehmen haben darauf spezial­isierte Mitar­beit­er, bei kleineren macht es meist der Inhab­er selb­st. Doch wirk­lich prof­ita­bel ist diese Sparte nicht zwangsläu­fig. Noch immer sticht der Preis viel zu häu­fig ein aus­ge­wo­genes Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis auf qual­i­ta­tiv angemessen­em Niveau. In Ken­nt­nis dieser Zusam­men­hänge gibt es immer wieder Anbi­eter, die keine kos­ten­deck­enden Preise kalkulieren. Vielmehr wird darauf geset­zt, im Nach­hinein Liefer­an­ten zu Preiszugeständ­nis­sen zu bewe­gen. Damit wälzen Händler mit Niedrig­preisange­boten ihr Risiko auf Her­steller ab. Der Fachver­band GGKA beurteilt dieses Geschäfts­ge­bahren zunehmend kritisch.

GGKA-Fach­han­del im Jahr 2007 mit kleinem Gewinn

Einen fundierten Blick zurück auf das Jahr 2007 und zugle­ich auf die Kosten­struk­tur der Branche gibt der GGKA-Betrieb­sver­gle­ich des Insti­tuts für Han­dels­forschung an der Uni­ver­sität zu Köln: Danach ist der Umsatz um 4,2% gestiegen. Er hätte noch höher aus­fall­en kön­nen, wenn nicht wegen der MwSt.-Erhöhung 2007 bei Nach­fragern, die keine Vors­teuer abset­zen kön­nen, vorge­zo­gene Käufe in das Jahr 2006 zu Ver­schiebun­gen geführt hätten.

Die Per­son­alkosten sind im Jahr 2007 gegenüber 2006 lei­der deut­lich gestiegen, eben­falls die Kosten des Fuhrparks, u.a. wegen der Ölpreis­er­höhun­gen. Alle übri­gen Kosten waren – bezo­gen auf den Umsatz – in etwa auf Vorjahresniveau.

Die Gesamtkosten stiegen auf knapp 30%, das betrieb­swirtschaftliche Ergeb­nis betrug 0,2% und das Bilanz­ergeb­nis im Schnitt aller Teil­nehmer 1,9%. Damit kon­nte zum zweit­en Mal seit 2006 ein knapp schwarzes Ergeb­nis erzielt werden.

Am Betrieb­sver­gle­ich teil­nehmen kön­nen alle Mit­glied­sun­ternehmen des Fachver­ban­des. Die aus­führlichen Ergeb­nisse wur­den auss­chließlich den Teil­nehmern am Betrieb­sver­gle­ich zugesandt.

Ver­hal­tene Geschäft­ser­wartun­gen für 2009

Abge­fragt wur­den in der Umsatzum­frage 2008 des Fachver­ban­des auch wieder die Geschäft­ser­wartun­gen. Die Hälfte der Unternehmen erwartet eine gle­ich­bleibende Umsatzen­twick­lung, 40% jedoch einen leicht­en Rück­gang. Es wird damit gerech­net, dass dies zu Las­ten des Roher­trages geht, das meint jeden­falls jed­er zweite Betrieb. Bei den Kosten ist Sta­bil­ität ange­sagt, es wird höch­stens mit ein­er leicht­en Steigerung gerech­net, ganz par­al­lel übri­gens zur Entwick­lung der Ein­stand­spreise. Dass sich im Schnitt die Verkauf­spreise hal­ten lassen, wird allerd­ings in jed­er zweit­en Angabe zu diesem Stim­mungs­barom­e­ter bezweifelt. In der Kon­se­quenz heißt all dies: Die Härte des Wet­tbe­werbs wird steigen.

Elek­tro-Alt­geräte-The­matik greift

Das Elek­tro- und Elek­tron­ik-Alt­geräte-Gesetz beschäftigt den Fachver­band schon aus Zeit­en des EU-Richtlin­ienen­twurfs. Die Branche ist mit Dual-Use-Geräten betrof­fen: Damit sind Geräte gemeint, die möglicher­weise auch in Pri­vathaushal­ten einge­set­zt wer­den und damit von der Entsorgungs- bzw. Abgabepflicht betrof­fen sind. Der GGKA-Fachver­band hat­te von den Liefer­an­ten frühzeit­ig ver­langt, sich als Her­steller bzw. Impor­teur reg­istri­eren zu lassen und ggf. Geräte anzumelden, die abgabepflichtig sind. Dieses The­ma wurde lange Zeit bagatel­lisiert, hat aber in jüng­ster Zeit eine Tren­dumkehr erfahren.

Die Prob­lematik unklar­er Abgren­zun­gen ist vir­u­lent und wird es immer geben. Die Belas­tung des Einzel­han­dels kann ein­treten, wenn sich ein gerät als entsorgungs- und abgabepflichtig her­ausstellt, der Erstin­verkehrbringer es aber ver­säumt hat, die Anmel­dung vorzunehmen und vor Insol­venz geschützte Rück­la­gen zu bilden. Es beste­ht im Falle ein­er Pleite die Gefahr, dass nachge­lagerte Wirtschaftsstufen belastet wer­den. Als Inter­essensvertre­tung des Fach­han­dels kann der Köl­ner Ver­band ein Lais­sez-faire jedoch nicht hin­nehmen und begrüßt die zunehmende Bere­itschaft zur Registrierung.

Wahlweise Steck­er- oder Festanschluss

Seit drei Jahren ver­fol­gt der Fachver­band das The­ma, der gängi­gen Prax­is zu entsprechen, dass für den Fes­tanschluss vor­bere­it­ete Geräte auch mit Steck­ern verse­hen und angeschlossen wer­den. Zunächst stieß dieses The­ma auf kollek­tiv erscheinen­des Desin­ter­esse bei den betr­e­f­fend­en Liefer­an­ten. Das hat sich mit­tler­weile geän­dert. Immer mehr Pro­duzen­ten lassen sowohl den Fest- wie auch den Steck­er­an­schluss zu, wie sie dem GGKA-Fachver­band mit­geteilt haben.

Rechtlich betra­chtet hil­ft diese Erk­lärung gegenüber dem Fachver­band allerd­ings wenig. Notwendig ist, dass diese Option in den Unter­la­gen zu dem jew­eili­gen Gerät mit abge­druckt ist. Der Fachver­band hat dazu alle Liefer­an­ten angeschrieben und erste pos­i­tive Rück­mel­dun­gen erhal­ten. Er rät seinen Mit­gliedern, auf eine schriftliche Erwäh­nung in den Gerä­te­un­ter­la­gen zu acht­en und diese ggf. beim Her­steller einzu­fordern. Wer ohne diese Angaben auf Steck­er­an­schluss umrüstet, hat son­st im Schadens- oder Über­prü­fungs­fall Schwierigkeit­en, den Nach­weis kor­rek­ten Han­delns zu führen.