Obwohl der nationale und der gren­züber­schre­i­t­ende Online-Ver­sand­han­del Jahr für Jahr wach­sen, hat der Fiskus mit aus­bleiben­den Steuer­geldern in Mil­liar­den­höhe zu kämpfen. Dabei han­delt es sich um nicht ord­nungs­gemäß abge­führte Steuern, die aus Verkäufen auf Online-Verkauf­s­plat­tfor­men zus­tande kom­men. Ger­ade Händler, die nicht in Deutsch­land sitzen, kom­men ihren Pflicht­en in vie­len Fällen nicht nach, indem sie keine oder zu wenig Umsatzs­teuer abführen, obwohl sie dazu verpflichtet wären. Das erk­lärt die teils sehr niedri­gen Preise von Händlern aus dem nicht-europäis­chen Aus­land, ins­beson­dere aus Chi­na. Aber auch Händler mit Sitz im Inland, die unter dem Deck­man­tel des Pri­vatverkaufs pro­fes­sionell Ware verkaufen und sich damit ihren Steuerpflicht­en entziehen, ste­hen im Visier.

Um solche Steuer­aus­fälle effek­tiv zu ver­hin­dern, greift die zu Jahres­beginn erfol­gte Änderung des Umsatzs­teuerge­set­zes. Das Gesetz sieht dafür die s.g. Erfas­sungs­bescheini­gun­gen nach § 22f UStG vor. Händler, die eine solche steuer­liche Erfas­sungs­bescheini­gung noch nicht haben, soll­ten sich beeilen, denn in Kürze endet die Frist, inner­halb der­er Online-Händler den genutzten Mark­t­plätzen eine steuer­liche Erfassungs­bescheinigung vor­legen müssen. Die Mark­t­platz­be­treiber wer­den darauf genau acht­en. Denn nach der geset­zlichen Neuregelung kön­nen diese seit 01.10.2019 für steuer­liche Aus­fälle in Haf­tung genom­men wer­den, wenn sie den Finanzbe­hör­den keine Bescheini­gung von ihren Händlern vor­legen kön­nen. Da eine Haf­tung für fremde Steuer­schulden ein erhe­blich­es finanzielles Risiko darstellt, wird es dazu führen, das Platt­formen Händler sper­ren, wenn diese ihre Bescheini­gung nicht einreichen.

Deutsche Händler müssen die Bescheini­gung bei ihrem zuständi­gen Finan­zamt beantra­gen. Für aus­ländis­che Händler sind jew­eils bes­timmte Finanzämter für die Ausstel­lung der Bescheini­gung zuständig.