Im Jahr 2004 wurde im Zuge der Nov­el­le der Handw­erk­sor­d­nung für 53 Gew­erke die Meis­terpflicht abgeschafft. Man erhoffte sich mehr Wet­tbe­werb und wollte die Anzahl selb­st­ständi­ger Handw­erks­be­triebe erhöhen, um langfristig den wach­senden Bedarf an Handw­erk­ern zu deck­en. Darüber hin­aus sah man in ein­er Dereg­ulierung ein pro­bates Mit­tel gegen hohe Arbeit­slosigkeit. Die Meis­terpflicht wirkt ein biss­chen wie eine Mark­tzu­gangs­beschränkung. Man braucht zur selb­ständi­gen Ausübung eines Handw­erks als Voraus­set­zung einen Meis­ter­brief. Eine Meis­terpflicht kann aber auch dann einge­führt wer­den, wenn es sich um gefahrgeneigte Handw­erke han­delt, bei denen eine unsachgemäße Ausübung eine Gefahr für Leben oder Gesund­heit bedeutet.

Rund 16 Jahre später gibt es für zwölf Gew­erke eine Meis­terpflicht. Die Bun­desregierung reagiert mit der Änderung auf gesunkene Aus­bil­dungszahlen und Qual­ität. Auch gin­gen Betriebe ohne Meis­terpflicht häu­figer in die Insol­venz. So sollen mit der wieder einge­führten Meis­terpflicht Fehlen­twick­lun­gen durch die Handw­erk­snov­el­le 2004 ent­ge­genges­teuert wer­den, die Berufe sollen wieder attrak­tiv­er und das Niveau der Leis­tun­gen ange­hoben wer­den. Ab 01.01.2020 wird damit die bestandene Meis­ter­prü­fung wieder die Voraus­set­zung dafür, sich mit einem eige­nen Betrieb selb­st­ständig zu machen zu dürfen.

Die Meis­terpflicht gilt kün­ftig für Fliesen‑, Par­kett- und Mosaik­leger, Beton­stein- und Ter­raz­zo­her­steller, Estrich­leger, Behäl­ter- und Appa­rate­bauer, Par­ket­tleger, Rol­laden- und Son­nen­schutztech­niker, Drech­sler und Holzspielzeug­mach­er, Böttch­er, Glasveredler, Schilder- und Lichtreklame­hersteller, Rau­mausstat­ter sowie Orgel- und Har­mo­ni­um-Bauer. Für bere­its am Markt tätige Betriebe sieht die Regelung allerd­ings einen Bestandss­chutz vor. Die jew­eili­gen Berufsver­bände hof­fen nun, dass kün­ftig wieder mehr Men­schen die Meis­ter­prü­fung able­gen, Betriebe grün­den oder übernehmen und selb­st qual­i­fizierten Nach­wuchs aus­bilden. In fünf Jahren will die Bun­desregierung erneut darüber berat­en, ob und in welchen weit­eren Gew­erken zur Meis­terpflicht zurück­kehrt wer­den soll.