Die Fach­händler für Gas­tronomie- und Großküchenausstat­tung kon­nten im Jahr 2006 den Gesam­tum­satz um 13,1% (Vor­jahr plus 6,9%) steigern.

Wichtig­stes Wach­s­tumsseg­ment war wiederum der Kun­den­di­enst, der mit plus 13,7% (Vor­jahr plus 12,6%) abschnitt. Es lagen aber auch alle Pro­duk­t­bere­iche über den Werten des Jahres 2006. Jed­er fün­fte Fach­händler rech­net auch in diesem Jahr mit deut­lich steigen­den Umsätzen, jed­er zweite mit leicht steigen­den Umsätzen.

Die besten Umsatzen­twick­lun­gen kon­nten mit plus 8,7% bei Küchen- und Servierg­eräten und mit 7,9% bei Großgeräten und Ein­rich­tun­gen reg­istri­ert wer­den, ein Trend, der sich bere­its in der Hal­b­jahre­sum­frage 2006 klar abze­ich­nete. Das Pro­jek­t­geschäft hinge­gen hat im zweit­en Hal­b­jahr noch ein­mal ange­zo­gen. Während dieses Seg­ment in den ersten sechs Monat­en des Jahres 2006 um 7,6% anstieg, kon­nten für das Gesamt­jahr sog­ar 8,4% Wach­s­tum ermit­telt wer­den. Etwas flach­er ver­liefen die Umsatzkur­ven bei Porzellan/Glas/Besteck mit plus 5,2% (Vor­jahr plus 3,1%) und bei Maschi­nen und Kleingeräten eben­falls mit 5,2% (Vor­jahr plus 12,6%).

Die wichtig­sten Ein­flussgrößen für diese Entwick­lung sieht der Fachver­band ein­er­seits in der all­ge­meinen Kon­junk­turbele­bung und ander­er­seits vor dem Hin­ter­grund der Mehrw­ert­s­teuer­erhöhung zum Jahreswech­sel: Ins­beson­dere in der Gemein­schaftsverpfle­gung gibt es zahlre­iche Betriebe, die der Umsatzs­teuerpflicht nicht unter­liegen, für die fol­glich die Mehrw­ert­s­teuer ein fes­ter Kostenbe­standteil ist. Hier liegt die Ver­mu­tung nahe, dass durch vorge­zo­gene Investi­tio­nen der Kosten­er­höhung aus­gewichen wer­den sollte. Da in dieser Branche mit Net­to­preisen gear­beit­et wird, erhöht­en sich am 1. Jan­u­ar schla­gar­tig die Brut­tokosten durch die Steuer­erhöhung, eine Ver­lagerung der Preisan­pas­sung, wie sie im Einzel­han­del festzustellen war, gab es daher nicht.

Pos­i­tive Geschäft­ser­wartung auch für 2007

Für das Jahr 2007 rech­net der Fach­han­del mit gle­ich bleiben­den und leicht steigen­den Kosten, nach­dem die Branche im Jahr 2006 mit zum Teil stark steigen­den Kosten bei Energie und Edel­stahllegierun­gen zu kämpfen hat­te. Die Hälfte der Fach­händler rech­net mit leicht steigen­den Verkauf­spreisen, die andere mit einem sich sta­bil­isieren­den Preis­niveau. Es wird damit gerech­net, dass die Ein­stand­spreise stärk­er als die betrieblichen Kosten steigen, so dass eine Stärkung des Roher­trags kaum zu erwarten ist. Dies spiegelt sich auch in der Erwartung des Wet­tbe­werb­s­drucks wider: Einzelne Unternehmer erwarten eine Entspan­nung, die Mehrheit rech­net mit einem Anstieg des Wettbewerbs.

Fach­han­del steigert Wertschöp­fung durch Stärkung des Kundendienstes

Die Zahl der in den GGKA-Fach­be­trieben beschäftigten Per­so­n­en hat die Schwelle von 2.000 Mitar­beit­ern über­schrit­ten. Der Anteil der Kun­den­di­en­st­mi­tar­beit­er hat sich dabei deut­lich von 20% auf 28% erhöht. 82% aller Mitar­beit­er beset­zen eine volle Stelle, 3% mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl ger­ingfügig beschäftigter Per­so­n­en liegt bei nur 3,8%. Die Aus­bil­dungsquote, bezo­gen auf volle Stellen, ist leicht von 8,3% auf 7,3% gesunken, über­raschen­der Weise im Bere­ich des Kun­den­di­en­stes. Dies liegt möglicher­weise daran, dass die Fach­be­triebe nicht immer ein Pro­fil haben, welch­es sich in der handw­erk­lichen Aus­bil­dung­sor­d­nung wider­spiegelt. Gle­ich­wohl kann die Branche auf diese Aus­bil­dungsquote stolz sein. „Wir kön­nen angesichts dieser Zahlen staatliche Maß­nah­men zum Min­dest­lohn und der Bekämp­fung der unbürokratis­chen 400-Euro-Jobs ver­ste­hen“ erk­lärt der Vor­sitzende des Fachver­ban­des, Rudolf Lacher.

Der aktuell auf Basis des Jahres 2006 ermit­telte Gesam­tum­satz aller 53 Mit­glieds­be­triebe des Fachver­ban­des, die ein­schließlich weit­er­er Nieder­las­sun­gen an 56 Stan­dorten in ganz Deutsch­land vertreten ist, beläuft sich auf 380 Mio. Euro. Die größte Umsatzbe­deu­tung haben Küchen­maschi­nen und Großgeräte mit der Hälfte an den verkauften Gütern, gefol­gt vom Klein­in­ven­tar wie Geschirr, Gläs­er und Bestecke.

Elek­tro- und Elektronik-Altgeräte

Eine typ­is­che Lob­byauf­gabe des Fachver­ban­des ist das The­ma der Entsorgung von Alt­geräten mit elek­trischen und elek­tro­n­is­chen Ein­bauteilen. Eine Rei­he von Geräten sind als „Dual Use“-Geräte anzuse­hen; Obwohl für den Profi-Bere­ich konzip­iert, sind diese gle­ich­wohl auch in Pri­vathaushal­ten im Ein­satz, über­wiegend sind es natür­lich Steck­erg­eräte. Für diese Geräte hat sich der Her­steller oder ersatzweise der Impor­teur an den Entsorgungssys­te­men zu beteili­gen, was eine Reg­istrierung im EAR, dem Alt­gerätereg­is­ter voraus­set­zt. Selb­st wenn ein Her­steller nur ein einziges Gerät anbi­etet, dass abgabe- bzw. entsorgungspflichtig ist, muss sich das Unternehmen reg­istri­eren lassen.

Der Fachver­band GGKA hat deshalb gemein­sam mit dem Einkaufsver­band Pen­ta­gast 78 Unternehmen nach ihrer Reg­istrierung gefragt. 25 von ihnen kon­nten oder woll­ten dazu keine Auskun­ft geben, von den übri­gen waren 20 reg­istri­ert. Weit­ere 16% haben auch aus Sicht des Fach­han­dels keine reg­istrierungspflichti­gen Geräte. Bei 27% der Liefer­an­ten beste­ht drin­gen­der Klärungs- bzw. Handlungsbedarf.

„Dieses The­ma ist für uns insofern von großer Bedeu­tung, als dass möglicher­weise Fach­händler in die Entsorgungspflicht genom­men wer­den kön­nten, wenn Liefer­an­ten sich der Reg­istrierungs- und Zahlungspflicht entziehen“, erläutert Rudolf Lach­er das strin­gente Vorge­hen seines Ver­ban­des. Deshalb sind mehrere Händler bere­its dazu überge­gan­gen, eine Freis­tel­lungserk­lärung ihrer Liefer­an­ten zu ver­lan­gen bzw. in den Einkaufs­be­din­gun­gen festzuschreiben, dass Liefer­an­ten den Han­del von allen eventuellen Verpflich­tun­gen dieser Art freizuhal­ten hat.

Wartungsverträge und Checklisten

Mehr Pla­nungssicher­heit, eine höhere Ein­satzbere­itschaft und weniger Ärg­er der End­kun­den gibt ein Wartungsver­trag für solche Geräte, die der regelmäßi­gen Durch­sicht und Kon­trolle bedür­fen. In der täglichen Prax­is wird oft ver­säumt, den Kun­den­di­enst nicht erst im Reparatur­fall zu rufen, son­dern in regelmäßi­gen Abstän­den zur Inspek­tion, wie es bei Kraft­fahrzeu­gen, Heizungs‑, und Kli­ma- und Aufzugssys­te­men eine Selb­stver­ständlichkeit ist. Doch ein Wartungsver­trag ist nur die eine Seite des The­mas. Die andere sind stan­dar­d­isierte Check­lis­ten für die ver­schiede­nen Geräteart­en. Denn schon bei ein­er Auss­chrei­bung muss eine Leis­tung definiert sein, wenn die Kosten ver­gle­ich­bar sein sollen. Die drei wichtig­sten Vere­ini­gun­gen der Branche, auf Her­stellerebene der Indus­trie­ver­band Haus‑, Heiz- und Küchen­tech­nik (HKI), auf Han­delsebene der Fachver­band GGKA sowie die Pen­ta­gast-Genossen­schaft arbeit­en gemein­sam an der Erstel­lung von stan­dar­d­isierten Check­lis­ten, die auch für die Arbeit der Fach­plan­er der Gas­tronomie und Gemein­schaftsverpfle­gung von großer Bedeu­tung sind.

„Uns geht es hier nicht um detail­lierte Check­lis­ten für einzelne Geräte­typen, wie sie von Her­stellern aus­gear­beit­et wer­den“, erläutert Rudolf Lach­er, „son­dern um grund­sät­zliche und für definierte Pro­duk­t­grup­pen typ­is­che Wartungsar­beit­en.“ Es ist dem Fachver­band bewusst, dass dahin­ter ein großer Aufwand ste­ht, der gemein­sam zu leis­ten ist. „Auf Dauer ste­ht dahin­ter aber eine höhere Kun­den­zufrieden­heit und mehr Fair­ness im Auss­chrei­bungswe­sen, ganz im Sinne auch der Sichtweise „Total Cost of Own­er­ship“, beste­hend aus den Anschaf­fungs- und Unter­halt­skosten eines Gerätes — über die gesamte Ein­satzzeit betrachtet.“